Marketing und Consulting in Corona-Zeiten

Marketing und Consulting bei Corona

Bedeutung für die Bestattungsbranche

In Zeiten der Corona Krise ist vieles unvorhersehbar und unklar. Wie wird sich die Viruslage entwickeln? Erleben wir nun nach mehreren Monaten einen Rückgang der Infektionen und eine damit einhergehende Normalisierung der Arbeitswelt? Oder sehen wir gerade nur die Ruhe vor dem Sturm und es folgt eine zweite Welle an Infektionen? Wie die Zukunft auch aussehen mag, wir Bestatter müssen uns indirekt mit den verschiedenen Szenarien auseinandersetzen. Denn auch wenn die Bestattungsbranche auf den ersten Blick als sicher gilt, gibt es viele Unwägbarkeiten.

Hierbei sei insbesondere die Lieferkette der Särge und des Bestattungszubehörs zu nennen. Gehört doch der grenzüberschreitende Lieferverkehr heutzutage zum Alltagsgeschäft. Selbst wenn Bestatter bei lokalen Zulieferern bestellen kommen diese Särge meist aus dem benachbarten EU-Ausland. Bei Grenzschließungen oder verstärkten Kontrollen sind diese Lieferketten schnell unterbrochen. Die Folge: steigende Sargpreise sowie finanzielle Risiken bei der Zusammenarbeit mit Lieferanten.

Mittelfristig steht für die Friedhofs- und Bestattungsbranche jedoch weit mehr auf dem Spiel. Da Kurzarbeit, sinkende Löhne, steigende Niedriglohnarbeit sowie Kündigungen zwangsläufig auch zu Umsatzrückgängen für Bestatter, Blumenhändler und in vielen weiteren Bereichen führen ist eine Krise der Sepulkralkultur durchaus denkbar. Denn durch die oben genannten Maßnahmen können gerade Bestattungsunternehmen hart getroffen werden. Hierbei sind auch Insolvenzrisiken für unvorbereitete Bestattungshäuser durchaus denkbar.

Auch ist zu bezweifeln, dass die Zahlungsmoral in der aktuellen Situation steigen wird. Dies kann gerade kleinere Bestattungshäuser oder Bestatter, die kein effizientes Forderungsmanagement besitzen, in die Insolvenz führen. Denn hohe Außenstände sind bereits zu normalen Zeiten eine teils schwierige Situation und kann zu Liquiditätsproblemen führen. Eine steigende Anzahl an offenen Posten, unter anderem auch durch vermehrte Sozialfälle mit langen Zahlungsterminen, ist also durchaus im Rahmen des Möglichen.

Bestatter sind also gut daran beraten, gerade in der aktuellen Situation den Markt sowie die Volkswirtschaft im Blick zu behalten. So lassen sich Veränderungen in der Unternehmensplanung berücksichtigen und Risiken minimieren.

Sinnvolle Maßnahmen umsetzen

Bestatter stehen der aktuellen Krise nicht ganz hilflos gegenüber. Denn sie haben einige Möglichkeiten die Situation positiv zu beeinflussen. Hierbei geht es jedoch nicht nur um spezifische Maßnahmen gegen die Corona Risiken selbst, sondern es findet sich auch ganz allgemeines unternehmerisches Handwerk wieder. Durch diese Möglichkeiten stehen Bestatter der Corona Krise nicht ganz ohne mögliche Gegenmaßnahmen gegenüber.

Rollierende Planung

Normalerweise findet eine statische Planung einmal im Jahr statt und der Unternehmer passt am Ende des Wirtschaftsjahres die Maßnahmen entsprechend an. Doch in Zeiten von Corona sollten Unternehmer lieber periodenweise, also je Quartal, die Planung anpassen. So sind Reaktionen auf Veränderung am Bestatter Markt wesentlich schneller möglich als mit der klassischen statischen Planung.

Umfassende Szenario-Planung

In Krisenzeiten müssen viele Faktoren und unbekannte Variablen berücksichtigt werden. Hierbei hilft eine professionelle Szenario-Planung. Hierbei erstellt der Bestatter ein Modell eines möglichen Problems und dessen Lösung. Was wenn der Sarglieferant nicht mehr liefern kann, was tun bei Corona Fällen innerhalb des Unternehmens?, was tun bei einer vierzehntägigen Betriebsschließung?, was tun, wenn längerfristig keine Trauerfeiern zugelassen werden? Viele dieser Fragen sind mögliche Auswirkungen der Corona Krise auf Bestattungshäuser. Doch Bestatter müssen diesen Fragen nicht hilflos gegenüberstehen. Denn durch eine umfassende Planung können sofort Maßnahmen ergriffen werden und das Bestattungshaus fährt nicht „auf Sicht“! So können viele Risiken professionell angegangen werden und Entscheidungen aus dem Bauch heraus werden verhindert.

Factoring gegen Zahlungsausfall

Gerade für Bestattungsunternehmen mit hohen offenen Posten kann beispielsweise das Factoring für steigende Liquidität bei zugleich sinkenden Lohnkosten eine Option sein.

Vermeiden Sie diese Fehler

Gerade in der aktuellen Situation, welche sich fast täglich ändert, sollten nicht zwingend notwendige Investitionen erst einmal aufgeschoben werden. Denn die Sicherung der Liquidität hat absolute Priorität. Ebenfalls sollte die Personalpolitik in den Fokus rücken. Zwar spielen Themen wie Kurzarbeit und Kündigungen für Bestattungshäuser eine untergeordnete Rolle, doch sollten Neueinstellungen sowie Gehaltserhöhungen unter strengen Gesichtspunkten erfolgen.

Der Umgang mit Corona im Unternehmen selbst sollte geplant und gemeinsam umgesetzt werden. Denn eine Infektion eines Mitarbeiters kann bei mangelnder Organisation schnell die Schließung des Bestattungshauses für vierzehn Tage durch das Gesundheitsamt bedeuten. Versuchen Sie, Büro sowie Fuhrpark weitestgehend zu trennen. Lassen Sie Ihren Fuhrpark in festen Teams arbeiten. So wird bei einer Infektion nur für zwei statt allen Mitarbeitern des Fuhrparks eine Quarantäne angeordnet. Büromitarbeiter sollten ebenfalls soweit möglich keinen direkten und längeren Kontakt zueinander haben. Denn durch Beratungsgespräche in Räumen stehen diese Mitarbeiter unter dem größten Infektionsrisiko. Hierbei können Plexiglasscheiben, Desinfektionsmittel sowie Luftfilter mit entsprechenden Filtereinsätzen für erhöhte Sicherheit sorgen. Dies beruhigt nicht nur Ihre Mitarbeiter, sondern gleichfalls auch Ihre Kunden.

Keine Werbung ist keine Option. Zugegeben, Werbemaßnahmen wie Stände, Infoveranstaltungen, Vorträge sowie weitere Maßnahmen sind aktuell nicht möglich. Doch spiegeln diese nur einen Randbereich Ihrer Möglichkeiten wider. Gerade in der aktuellen Zeit können Sie durch das Internet und Ihrer Website Kunden erreichen. Vorträge sowie Infos? Können Ihre Kunden auf Ihrer Website erhalten. Preisbeispiele, Friedhofsgebühren und Ähnliches? Diese Broschüren müssen Ihre Kunden in der aktuellen Situation nicht bei Ihnen abholen. Sie möchten das Risiko für Ihre Kunden so gering wie möglich halten, also können diese die Informationen auf Ihrer Website einsehen und herunterladen. Zugegeben, Sie erreichen mit dieser Maßnahme nicht alle Menschen. Nur müssen Sie dies auch nicht. Denn für die anderen Kunden bleibt der Postweg. Doch die anderen Menschen befinden sich nun auf Ihrer Website und erhalten noch weitere Informationen. Nur ein kleines Beispiel für die vielen Möglichkeiten. Bleiben Sie dran und versuchen Sie auch weiterhin, die Menschen zu erreichen!

Meinung von Sebastian Götz

Die Bestattungsbranche steht in der normalen aktuellen Zeit schon durch starken Wettbewerb unter Druck. Dieser wird sich durch die Corona-Krise zwar nicht kurzfristig aber dennoch mittelfristig verschärfen. Für Bestatter bleiben jedoch einige Möglichkeiten, um mit der neuen Situation umzugehen. Hierbei sollten Bestatter auch kreative Ansätze nicht im Voraus ausschließen. Denn sinnvolle neue Marketing-Ideen können einen weitreichenden Vorteil in der aktuellen Situation bedeuten. Mit oder ohne Corona wird sich der Bestatter-Markt in der Zukunft weiter verschärfen. Daher ist ein Aussitzen der aktuellen Situation aus meiner Sicht der falsche Weg und wird nur zu steigenden Unternehmensrisiken führen. Gerade jetzt sollten Bestatter Ihrer Konkurrenz zwei Schritte voraus sein.