Ausbildung zur Bestattungsfachkraft

Qualität in der Bestattungsbranche

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Bestatter sind heutzutage ausgebildete Bestattungsfachkräfte
Ausbildung zur Bestattungsfachkraft

Eine Ausbildung zur Bestattungsfachkraft bietet viele Vorteile. Sowohl für interessierte Mitarbeiter als auch für die Betriebe. Aufgrund des dualen Ausbildungssystems im Betrieb und in der Berufsschule wird die Ausbildung als Bestattungsfachkraft unter Bestattungsbetrieben anerkannt und geschätzt. Die meisten Stellen in der Bestattungsbranche werden deshalb nur noch für Bestattungsfachkräfte ausgeschrieben.

Dies hat auch positive Einflüsse auf die Bestattungsbranche insgesamt. Denn Jahr für Jahr steigert sich durch neue Auszubildende die Zahl der qualifizierten Bestatter. Diese erhöhen wiederum die gesamte Fachkompetenz der Branche. Hierdurch werden einerseits neue Entwicklungen angestoßen. Andererseits wird die Bevölkerung besser informiert, beraten und betreut.

Die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft ist in Deutschland ein Gewinn für die ganze Gesellschaft. Nachfolgend erhaltet Ihr einen Einblick vom Start Eurer Ausbildung bis zum Ende bei den Abschlussprüfungen!

Der Ausbildungsbeginn

Ihr habt es geschafft. Eine Ausbildungsstelle als Bestattungsfachkraft wurde gefunden. Herzlichen Glückwunsch von mir. Damit Ihr auch super in Eure betriebliche Ausbildung starten könnt, erhaltet Ihr auf dieser Seite wertvolle Tipps und Tricks um Euch den Einstieg so leicht wie möglich zu machen. Solltet Ihr noch eine Ausbildungsstelle suchen, schaut mal unter folgenden Links nach:

Berufsschule Bad Kissingen

Die staatliche Berufsschule Bad Kissingen ist für insgesamt 13 Bundesländer zuständig und dementsprechend eine der größten „Bestatterschulen“ Deutschlands. Sicher, für die meisten jungen Azubis ist der Begriff Kurort und Bad Kissingen erst einmal ein kurzer Schock. Ich kann Euch beruhigen. Gerade im Sommer ist es wirklich schön und dem gemeinsamen Grillen, ausgehen und Spaß haben steht nichts im Wege. Dennoch ist es, natürlich nicht mit einer Großstadt zu vergleichen. Auch gibt es wohl mittlerweile geringe Tendenzen eines Konkurrenzkampfes unterhalb der Schulen. Ich würde dieser Sache allerdings nicht zu viel Bedeutung beimessen.

Im ersten und zweiten Ausbildungsjahr finden insgesamt 13 Blockwochen in Bad Kissingen statt. Im dritten Lehrjahr sind es insgesamt 9 Blockwochen.

Unterkunft und Reisekosten

Ihr habt mehrere Möglichkeiten einer Unterkunft in Bad Kissingen und Umgebung. Die erste und beste Adresse ist natürlich der AFZ-Campus. Solltet Ihr diesen nicht von Eurem Ausbildungsbetrieb erstattet bekommen, dann schaut unter den privaten Angeboten nach. Meistens entstehen relativ schnell Gruppen, welche dann gemeinsam wohnen!

Es gibt je Bundesland unterschiedliche Zuschussregelungen durch verschiedene Ämter und Behörden. Schaut einfach mal nach wo und wie viel Ihr Unterstützung erhaltet! Es gibt auch noch die Berufsausbildungsbeihilfe!

Zwischenprüfung

Die Zwischenprüfung fließt nicht als Wertung in die Abschlussklausuren mit ein. Sie dient für Auszubildende eher als Leistungsüberprüfung. Daher ist ein Einspruch gegenüber der Wertung nicht möglich! Teilweise wird hier auch noch nicht behandelter und erlernter Unterrichtsstoff abgefragt. Sie gliedert sich in einen praktischen und theoretischen Bereich.

Fachpraktischer Prüfungsbereich

Theoretischer Prüfungsbereich

  • Schriftliche Zwischenprüfung mit 60 programmierten Fragen (120 Minuten)

Hinweis: Die Zwischenprüfung wird meist sehr schwierig gehalten. Ein schlechtes Abschneiden bedeutet also nicht gleich, dass die Ausbildung in Gefahr ist! Sie gibt einen Überblick über den aktuellen Wissensstand und zeigt, in welchen Fachbereichen noch Nachholbedarf besteht.

Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung ist der Höhepunkt der Ausbildung zur Bestattungsfachkraft und gliedert sich in folgende Teilbereiche:

Schriftliche Abschlussarbeit

Die schriftliche Abschlussprüfung umfasst insgesamt 3 Teilbereiche:

  • Geschäfts- und Verwaltungsvorgänge (120 Minuten)
    • 40 programmierte Aufgaben
    • 2 offene Aufgaben
  • Bestattungsorganisation (120 Minuten)
    • 40 programmierte Aufgaben
    • 2 offene Aufgaben
  • Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten)
    • 35 programmierte Aufgaben

Für diese Prüfungsbereiche hat man insgesamt 300 Minuten Zeit. Die Zeit ist sehr weit gefasst. Die wenigsten Auszubildende haben ein Problem innerhalb der Frist fertig zu werden. Es bleibt daher meist noch genug Zeit die Aufgaben kurz zu überprüfen. Kleiner Tipp: Haltet euch bei unklaren Fragen nicht lange auf. Macht mit der nächsten Aufgabe weiter und kehrt erst am Ende zu den schwierigen Aufgaben zurück. Hierdurch sichert Ihr Euch erst einmal die notwendigen Punkte und könnt dann zum Schluss am Endergebnis arbeiten. Die Abschlussprüfung findet an den jeweiligen Berufsschulen statt.

Beratungsgespräch

Im Beratungsgespräch kommen Prüfer als Angehörige mit einem Sterbefall zu Ihnen. Hier kann man als Prüfling wirklich alles bekommen. Es ist wirklich reine Glückssache, was man erhält. Meist bauen die Prüfungen etwas aufeinander auf. Sollte man beispielsweise löten in der praktischen Aufgabe haben, könnte im Beratungsgespräch eine Auslandsüberführung oder Bestattung in einer Gruft angefragt werden. Wichtig ist immer Schritt für Schritt vorzugehen und nicht ständig Ausschau nach Fallen zu halten. Die Prüfer möchten das Wissen der Schüler abfragen. Den Schülern das Leben schwer machen gehört nicht zum Prüfungsgebiet. Prüfer stellen nämlich keine Fallen, in die setzt man sich selbst rein.

Beispiele zu möglichen Prüfungsgebieten

  • Auslandsüberführung
  • Haussterbefall
  • Unfalltod
  • Suizid
  • Mord
  • Kollegenhilfe
  • Umbettung
  • etc.

Fachlicher Schriftverkehr

Ziel dieser Prüfung ist das Schreiben eines fachlichen Briefes als Bestattungsfachkraft. Natürlich unter Bezug des in der Ausbildung erworbenen Fachwissens. Dies kann beispielsweise das Anfordern einer Personenstandsurkunde oder das Erstellen eines Kostenvoranschlages sein. Eventuell erhalten Sie auch die Aufgabe einen Werbebrief oder ein Vertragsdokument zu erstellen. Es gibt viele Möglichkeiten.

Ich persönlich fand die Aufgabenstellung damals sehr schwierig und nicht klar formuliert. In solchen Situationen empfehle ich erst einmal die Aufgabe in Ruhe durchzulesen und bei Unklarheiten nachzufragen. Denn eine falsch verstandene Aufgabenstellung kann zu einem völlig falschen Ergebnis führen und dass ist in diesem Prüfungsbereich nicht unbedingt notwendig.

Fachgespräch

Ein fachliches Gespräch mit mehreren Prüfern steht ebenfalls in der Abschlussprüfung an. Das Fachgespräch besteht meist aus Bereichen des Beratungsgespräches und dem praktischen Prüfungsteil.

Praktische Aufgabe

Nach den aufregenden Tagen während der Abschlussprüfung erhaltet Ihr ein vorläufiges Zertifikat, auf dem auch hoffentlich vermerkt ist, dass Ihr vorbehaltlich der noch durchzuführenden Nachprüfung die Abschlussprüfung bestanden habt. Das bedeutet, dass Ihr ab sofort eine Bestattungsfachkraft seid und Eure Ausbildung bei Eurem Ausbildungsbetrieb nun mit sofortiger Wirkung zu Ende ist.

Tipp von Sebastian Götz

Ich lege allen Auszubildenden folgende Website ans Herz. Sie wurde von Herrn Klaus Werner ins Leben gerufen, zweifelsohne einer der besten Lehrer auf diesem Gebiet. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für die lehrreichen Jahre. Aufgrund häufiger Nachfrage nochmals ein kleiner Hinweis: Die Lernblätter und Informationen werden nicht auf dieser Seite eingepflegt. Diese wurden nicht von mir erstellt. Geht auf die folgende Seite, um an die Lernblätter zu kommen: Bestatter-Wiki