Die Abrechnung einer Leichenschau

Ärzte müssen nach Vorschriften abrechnen

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Ärzte können für die durchgeführte Leichenschau eine Gebühr verlangen, diese muss jedoch nach der GOÄ erstellt werden.
Abrechnung einer Leichenschau

Dass wir alle einmal sterben müssen, weiß zwar jeder. Dennoch fällt es vielen Menschen schwer, sich mit diesem unumgänglichen Thema Tod und Trauer zu befassen. Eine Auseinandersetzung mit dem Sterben, sei es durch das Besuchen von Vorträgen oder Friedhofsveranstaltungen, wird meist vermieden. Da aber der Tod nun einmal zum Leben dazugehört, wird früher oder später jeder mit dieser Tatsache konfrontiert.

Vor allem, wenn ein nahe stehender Mensch gestorben ist, kommt auf die Angehörigen einiges zu. Trotz der eigenen Trauer und Betroffenheit muss man, so gut es geht, einen kühlen Kopf bewahren und die notwendigen Schritte einleiten. Da die meisten Menschen sich nicht unbedingt gern mit dem Thema „Sterben“ befassen, fühlen sie sich bei einem Todesfall häufig überfordert. So herrscht in vielen Punkten Unwissenheit vor, was genau zu tun ist, wenn man bspw. einen Angehörigen oder nahe stehenden Menschen tot vorgefunden hat.

Die Bestattungsgesetze sind Ländersache, Details können also je nach Bundesland variieren. Nach dem öffentlichen Bestattungsrecht sind jedoch in jedem Fall die Angehörigen (gemäß gesetzlicher Reihenfolge) verpflichtet, die Bestattung zu organisieren. Bevor man aber bei einem Todesfall über Sarg oder Urne, Baumbestattung oder anonymes Urnenfeld, Trauerfeier und Trauerredner nachdenkt, muss zu allererst das Wichtigste passieren: Wenn jemand gestorben ist, muss man auf jeden Fall einen Arzt hinzuziehen, der den Tod amtlich feststellt und bescheinigt. Erst dann kann der Bestatter die Leiche überführen.

Es gibt einiges zu beachten. Zwar muss jeder Arzt auf Anfrage eine Leichenschau durchführen, aber er ist beispielsweise nicht verpflichtet, die Behandlung eines noch lebenden Patienten deswegen abzubrechen. Das kann für die Hinterbliebenen des Verstorbenen bedeuten, dass sie u.U. einige Stunden warten müssen, bis der Arzt kommen kann – in seiner Pause oder nach Praxisschluss. Vor allem ist zu beachten, dass die Feststellung des Todes nicht in die Pflichten der gesetzlichen Krankenkassen fällt. Daher handelt es sich hierbei immer um eine private Leistung der Ärzte gegenüber den Angehörigen.

Zulässige Positionen einer Abrechnung

Der Arzt untersucht den Toten, stellt den Todeszeitpunkt fest und stellt den Totenschein aus.
Bei der Abrechnung der Leichenschau treten immer wieder Probleme auf. Häufig enthält die Rechnung Positionen, die man nicht gleich versteht. Und es kommt auch oft genug vor, dass manche Rechnungspositionen nach der Gebührenordnung für Ärzte gar nicht zulässig sind.

Die Rechnung des Arztes kann beispielsweise folgende Punkte enthalten:

Hieraus ergeben sich Gesamtkosten von ca. 28,15 € bis 86,56 €, je nach Situation.

Diese Positionen besser prüfen lassen

Darüber hinaus könnte eine Abrechnung noch weitere Positionen beinhalten, die teils zulässig, aber auch einfach nicht zulässig sein können:

Wer sich unsicher ist, ob die Rechnung des Arztes, der die Leichenschau durchgeführt hat, korrekt ist, sollte sich beraten lassen. Dies können aber nicht die Krankenkassen machen; sie dürfen die Abrechnungen nicht kontrollieren. Der richtige Weg ist daher, im Zweifelsfall die zuständige Landesärztekammer um Hilfe zu bitten. Diese haben die Pflicht, neutral zu beurteilen, ob richtig abgerechnet wurde.

Info

Der ausgestellte Totenschein bleibt beim Verstorbenen, da Standesamt, Gesundheitsamt, Friedhof, Bestatter und ggfs. die Gerichtsmedizin die Urkunde benötigen.

Über alle weiteren Schritte kann jeder Bestatter Auskunft geben und unterstützt die Angehörigen beratend bei den Formalitäten.